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Gescheiterte Blu-ray Features – BD Live bis 3D

Nicht jedes Feature, das uns versprochen wurde, haben wir auch bekommen. Und längst nicht jede Funktion ist uns erhalten geblieben! In den letzten Jahren sind einige Blu-ray Features obsolet geworden, obwohl sie maßgeblich zum Erfolg der Blu-ray Disc und 4K Blu-ray beigetragen haben. Wir lassen die letzten Jahre Revue passieren und werfen einen Blick auf diese gescheiterten Blu-ray Features.

Im Laufe der Ära der physischen Bildtonträger gab es Gewinner und Verlierer. LaserDisc und Betamax verloren gegen die VHS Videokassette. Die HD-DVD musste sich der Blu-ray Disc geschlagen geben. Die Blu-ray und ihr 4K-Ableger, die Ultra HD-Blu-ray, könnten die letzten physischen Bildtonträger unserer Zeit sein. Dabei haben die Disc-Formate ein paar interessante Features. Nicht alle haben jemals das Tageslicht gesehen. Und viele verzeichnen eine ungewöhnlich hohe Sterberate.


BD Live (Blu-ray Profil 2.0)

Bei dem BD Live Profil 2.0 handelt es sich um eine Online-Funktion für Blu-rays. Ziel war es, Zusatzinformationen zum Film bereitzustellen. Das konnten Trailer oder weitere Boni sein. Als ich das letzte Mal BD Live nutzte, da war die Blu-ray gerade ein paar Monate alt. BD Live war träge und nicht flexibel genug, um die Wünsche der Kundschaft zu befriedigen.

Neben einer bestehenden Internetverbindung, die damals deutlich weniger weit fortgeschritten und stabil war, musste ein mindestens 1 GB großer USB-Stick an den meisten Blu-ray Disc Playern angebracht sein.

Statt BD Live wird heute auf das Smartphone oder Tablet gesetzt, um darüber in Sekundenschnelle Daten und Trailer abzuspielen. Außerdem stand BD Live aufgrund des schwachen Datenschutzes in der Kritik. Die DSGVO wäre wohl damals nicht eingehalten worden.

Copy and Export Funktion

Was ist eigentlich aus dem Copy and Export Feature geworden? Der Traum mit dem Kauf einer 4K-Blu-ray eine legale 4K-Kopie zu exportieren, ist geplatzt. Das Feature war durchaus vielversprechend. Zwar gibt es mit der digitalen Kopie (Digital Copy) ein Pendant zum Copy and Export Feature, allerdings geht auch diese Funktion bei den meisten Veröffentlichungen flöten.

Das damals bei vielen Blu-rays übliche UltraViolet-Feature ist längst Geschichte. Sowohl Flixster als auch UltraViolet lassen sich nicht mehr nutzen. Stattdessen verzichten die Studios komplett auf digitale Kopien, die beim Kauf einer (UHD) Blu-ray zum Lieferumfang gehörten. Dabei hätte man genau hier ansetzen können, um die Verbreitung der 4K-Blu-ray zu fördern und den Übergang zu digitalen Inhalten zu begleiten.

Heute lassen sich digitale Inhalte problemlos mit einem Abonnement bei Amazon und Netflix konsumieren. Daten belegen, dass das Streaming den physischen Datenträgern seit Jahren den Rang abläuft. Daher ist der Verlust des Copy and Export Features zu verschmerzen.

Bonus View (Blu-ray Profil 1.1)

Regen sich bei diesem Begriff die Synapsen? Auch ich musste mir das Bonus View Feature erst einmal wieder ins Gedächtnis rufen. Mit Bonus View war es möglich, ein Bild im Bild darzustellen. Genutzt wurde die Funktion vor allem bei Bonusmaterial. Daher auch der Name. Es handelt sich dabei im Grunde um erweiterte Audiokommentare. Statt ausschließlich auf den Ton bei Kommentaren zu setzen, blendete Bonus View ein Video mit den Schauspielern und Regisseuren ein, die den Film kommentierten.

Weitere Einsatzgebiete waren die Darstellung von Zusatzinformationen oder Story Boards, die die Geschichte des Films anhand von Zeichnungen zeigen. Ein definitiv gescheitertes Blu-ray Feature! Die Funktion hat vor allem gestört, als einen tatsächlichen Nutzen zu bieten.

Das Bonus View Feature kam bereits sehr früh nach den ersten Blu-ray Disc Playern zum Einsatz. Die Funktion ist als Blu-ray Profil 1.1 bekannt.

Blu-ray 3D (Blu-ray Profil 5.0)

Der 3D-Hype ist mittlerweile wieder abgeflacht – vor allem bei der Blu-ray Disc und insbesondere bei der 4K-Blu-ray. Ultra HD-Filme werden komplett ohne 3D-Technik ausgeliefert. Ausnahmen sind 4K-Editionen, in denen sich eine Blu-ray 3D befindet. Allerdings sind diese Editionen selten anzutreffen. In den offiziellen Spezifikationen zur 4K-Blu-ray ist 3D kein Bestandteil mehr.

Nach James Camerons Avatar – Aufbruch nach Pandora brach eine wahre 3D-Hysterie aus. Das Blu-ray Profil 5.0 bestätigte diesen Hype und fügte eine 3D-Funktion für Blu-rays hinzu. Es mussten allerdings neue Blu-ray Player her, um diese 3D-Blu-rays wiederzugeben. Durch den neuen, aber abwärtskompatiblen Standard MPEG-4 MVC, lassen sich die 3D-Inhalte auf den Playern auch in 2D abspielen.

Doch der 3D-Enthusiasmus geriet ins Wanken. Während im Kino noch immer zahlreiche Filme im  stereoskopischen 3D gezeigt wurden, musste die 3D-Blu-ray im Heimkino einer anderen Technologie weichen: Der 4K-Technologie. 3D-Fernseher hatten es ebenfalls nicht leicht.

Gescheiterte Blu-ray Features: Ein Revival für 3D im Heimkino?

Eine überschaubare Fangemeinde gibt es allerdings noch immer. Das gilt zum Beispiel für Besitzer eines Projektors und einer großen Leinwand. Besitzer größerer Fernseher möchte ich hier mal inkludieren (mich schließe ich jedoch aus!). Ist das Feature daher komplett gescheitert? Vermutlich nicht. 3D hatte jedoch nicht genug Zeit, um wirklich sein volles Potential im Heimkino auszuspielen. Zumal die Funktion bei 4K- und 8K-Fernsehern quasi nicht mehr existent ist.

Doch am Ende des Horizonts sehe ich sogar noch ein kleines Revival für 3D im Heimkino. Dazu müssen allerdings erst ein paar Hürden genommen werden. Das gilt insbesondere für 3D-Brillen. Ansätze ohne Brille gab es zwar viele, wirklich überzeugen konnte davon allerdings keine.

3D sollte weitergehen, als spitze Dinge in Richtung des Zuschauers zu werfen. Warum gehen wir nicht einen Schritt weiter und arbeiten mit Hologrammen? Doch bis diese Technologie tatsächlich einsatzbereit ist, darf sich die nächste oder übernächste Generation mit anderen Technologien beschäftigen. Das Erlebnis, Bilder „anfassen“ zu dürfen, überlasse ich meinen Nachfolgern.



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